Mittwoch, 25. Juni 2014

Projekt abstrakt

Château Rouge


Nun ist auch die Nummer Vier von Projekt abstrakt gepatcht (45x65 cm). Vorbild war ein Gemälde von Paul Klee, das mich zu meinem Chateau Rouge inspirierte.
Woher kommen die Stoffe? Beauvillé? Sicherlich, aber nicht alle. Verfolgt im Bild meine Spuren, eben die eines Patchwork-Collecting-Agent.


B Beauvillé - M Missoni - BS Boxershort - H Hemd - JG Jacquard Gérardmer - PT Pareo aus Tahiti.
Die restlichen unifarbenen Stoffe aus einem Stoffgeschäft.

Jetzt bin ich froh, meine Vier zusammenzuhaben. Doch gleichzeitig tut sich eine Schlucht voll von Fragezeichen auf . Was tun? Zusammennähen - ein Sandwich? Jeder Patch ein Sandwich? Als Quilt-Bilder präsentieren? Noch etwas dazu tun und eine Bettdecke anfertigen? (jedes Stück misst ca. 65x45 cm)


Da sind sie - einträchtig zusammen - oder doch nicht? Lieber einzeln an der Wand prangen? Jetzt benötige ich Tipps. Was meint ihr?

Samstag, 21. Juni 2014

Beauvillé

Großeinkauf bei Beauvillé
 
Die drei Reste-Kisten im Beauvillé-Shop / Ribeauvillé (Elsaß) waren bestens gefüllt mit einer imposanten Auswahl. Die tiefblaue und fast schon unwirklich leuchtende blaue Decke mit den typischen Rankenmustern (180-270 cm) kostete nur 45 Euro. Sie war falsch zugeschnitten - also ab in die Restkiste. Was für ein Glück für uns.
Neue und auch bekannte Muster haben wir entdeckt und waren froh, unser Sortiment ergänzen zu können. Für die kleineren Teile - im Durchschnitte 65x65 cm - habe wir 3 - 8 Euro bezahlt.
Unseren erfreulichen Einkauf haben wir im Städtchen mit einem Glas Pinot Gris begossen.
 
Ein Projekt ist meiner Frau während der Auswahl ins Auge gefallen: Du besorgst das Patchen und den Sandwich mit einem dünnen Fließ, und ich sticke das eine oder andere Muster ...
 
Davon wird zu berichten sein.

Montag, 2. Juni 2014

Naht auf Naht

Es ist nicht leicht, einen Rahmen zusammen mit Eckquadraten exakt Naht auf Naht an ein Stoffteil zu nähen. Versuchen wir unser Glück!

 
Nachdem wir die Rahmenteile (3) an das große Mittelteil genäht haben, gilt es, die Eckquadrate (1) mit dem Rahmenteil (2) zu verbinden. Dabei gehen wir folgendermaßen vor:
 
 
A: Der rechte Seitenrahmen dockt im Idealfall genau an die Nähte der Rahmenteile (1 und 2).
B: Um sicher zu gehen, dass das obere Quadrat (1) auch tatsächlich eines ist, das zum oberen waagerechten Rahmenteil passt, schneiden wir einen etwas größeren Streifen zu. Der Streifen 2 sollte ebenfalls großzügig bemessen sein und weit über die Oberkante des unteren waagerechten Balkens ragen. Nun nähen wir 1 und 2 zusammen. Später können wir die überschüssigen Streifen von 1 und 2 kappen.
C:Die Nahtzugabe auf der Oberseite vom Mittelteil muss nicht markiert werden, da das Rahmenelement (1 und 2) ohnehin mit einer Nahtzugabe versehen wird.
 
 
D: Jetzt klappt man die beiden zusammengenähten Teile 1 und 2 (Oberfläche auf Oberfläche!) auf das Oberteil des Mittelteils. Und nun aufgepasst: Das Teil 2 muss um 0,75 cm länger sein als das Mittelteil, also um 0,75 cm in den unteren waagerechten Balken hineinragen. Das ist die untere Nahtzugabe von 2. Den überstehenden Stoff schneiden wir ab.
E: Nun legen Sie das untere Quadrat (kann auch länger sein) Kante auf Kante auf den Streifen 2, markieren die Nahtzugabe und nähen die Teile zusammen.
F: Den Rahmenbalken (1 plus 2) wenden sie um und passen ihn an die Nähte der waagerechten Rahmenteile an. Fixieren Sie den Rahmen ober- und unterhalb der Naht mit Stecknadeln. Überprüfen Sie, ob die Nähte auf einer Linie liegen.
Nur Mut! Jetzt wird genäht. Sie werden sehen, dass die Nähte sitzen, nachdem Sie den Rahmen umgeklappt haben. Den überflüssigen Streifen von 1, der den unteren waagerechten Rahmen überragt, schneiden wir ab.
 
Wird fortgesetzt ...
 
 
 
 
 

Donnerstag, 15. Mai 2014

Aqua Patch

Rahmen KF

 
Der Titel ist dem Muster-Meister Kaffe Fassett geschuldet. Seine Goldrähmchen haben mich inspiriert - nicht nur zu diesem Aquarell-Patch sondern zuvor auch zu einem Quilt (Label Meine Quilts). Das Ganze misst 50x50 cm.
 
 
Von den ersten Mustern haben mir die Kirsch-Leiste und die rechte Leiste am besten gefallen.
 
 
Für das dunkle Mittelteil waren viele Arbeitsgänge nötig. Ich habe die Muster im Format 5x5 cm  und daraus dann auch die entsprechenden Dreiecke zugeschnitten.
Schließlich wählte ich ein weiteres Muster in gedeckten Rot- und Orangetönen. Diese habe ich eingescannt und in einem Zeichenprogramm zu meinem Patch in unterschiedlichen Variationen zusammengefügt, bis ich dann zu meinem Ziel gelangt bin.
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 

Montag, 12. Mai 2014

Stoff und Naht 2

Tipps für Anfänger
Unregelmäßige Stoffteile

Das Zusammennähen unregelmäßiger Stoffteile könnte bezüglich der Nahtzugaben zu Irritationen führen.

Die Nahtzugabe des kleineren Stoffteils ist schmaler als die des größeren (links). Falte ich letztere um, verlängert sich die Naht gegenüber der unteren Kante. Die Faltung des unteren Teils dagegen verkürzt die Naht gegenüber der oberen Kante.
Wenn ich beide Teile zusammenlege, werden die Nahtzugaben nicht Kante auf Kante liegen. Also muss ich den kleineren Stoffteil um die Breite der Nahtzugabe vergrößern (rechts).

Auf diese Weise erhalte ich die gewünschte Lösung - vorausgesetzt, die Teile sind exakt zugeschnitten und millimetergenau angesetzt und genäht. Für eine einfache Lösung wähle ich für das untere Stück Stoff ein großzügig zugeschnittenes rechteckiges Teil.

Das Rechteck wird Kante auf Kante über das obere Teil gelegt. Nun drehe ich das Ganze um, damit ich den Nähbereich sehe.
 
 
Nach dem Auseinanderklappen und Bügeln schneide ich die gewünschte Form zu.
 
Wird fortgesetzt ...
 
 
 

Sonntag, 4. Mai 2014

Projekt abstrakt

Das Kissen Ferra


 
Das Kissen ist auf den Namen Ferra getauft, da es von Ferra inspiriert wurde, die ich im Patchwork- und Quiltforum kennengelernt habe.
Die Eingebung flog mir zu, als ich auf der Website, die sie mir nannte, herumstöberte und unversehens auf eine  Anleitung für einen Reißverschluss stieß, die sie mit einer erklärenden Grafik versehen hat.

 
Ich konnte mir zwar nicht genau vorstellen, wie die Geschichte funktionieren könnte ... wahrscheinlich deswegen, weil ich in dieser Darstellung ein tolle Komposition gesehen habe. Genauer gesagt, es handelt sich um ein konstruktivistisches Bild in der Art von Willi Baumeister oder Kasimir Malevich.
 
Damit war mir gewissermaßen eine Vorlage geschenkt worden, und da mich meine Frau Dany ermunterte, wieder einmal ein Kissen vorzulegen, machte ich mich an die Arbeit. Voilà!



Dienstag, 29. April 2014

Stoff und Naht 1

Tipps für Anfänger



Seit etwa 1 1/2 Jahren patche und quilte ich. Nun geht die Arbeit schon halbwegs flott von der Nadel. Meine anfänglichen Kämpfe mit Maschine, Nadel und Faden, mit dem Zuschneiden und Messen, dem exakten Ansetzen der Stoffteile und natürlich mit der Wahl von Mustern und Farben habe ich nicht vergessen. Im Zentrum stand (und steht manchmal heute noch) die Logik der Nahtzugaben.

Meine Erinnerung ist frisch, und ich habe mir gedacht, dass ich ein paar Tipps vermitteln kann, denn sicherlich ergeht es vielen Anfängern ähnlich wie mir.

Stoff
Die Wahl der Stoffe ist wichtig. Doch woher nehmen wir die kostbaren Teile? Einfach in ein Fachgeschäft marschieren und kaufen? Es geht auch anders:

Wir müssen uns als Patchwork-Collecting-Agent verdingen -  man kann auch "Lumpensammler" sagen, aber das hört sich nicht so gut an. Also: Kleiderschrank auf und die Suche beginnt: Gibt es Kleider, Hemden, Bettwäsche oder andere "Stoffträger", die ausrangiert werden können? Hier müssen mutige Entscheidungen gefällt werden!"

Ein besonderes Suchfeld dürften uns die Krawatten-Parade bieten. Exemplare, die ein Jahr nicht getragen wurden, haben sich eindeutig als Patch-Material qualifiziert. Hier handelt es sich um Seide oder Kunstseide, die geeignet sind, als kleine Icons oder Farbakzente eingebaut zu werden, nachdem die Teile mit Vlieseline verstärkt werden - dazu später noch genaueres. Im oberen Bild sehen wir ein gerahmtes Schweinchen-Fünfeck - Opfer einer Krawatten-Schlachtung. Daraus entstand dann mein Schweine-Kissen, das unter dem Label Kissenparade zu sehen ist.

Der Collecting Agent ist zweifach motiviert. Erstens geht es ihm um die Zusammenstellung eines möglichst kostengünstigen Sortiments und zweitens um eine Vielfalt von Farbmustern.

Nahtzugaben
Über Nahtzugaben gibt es viel zu sagen und zu experimentieren. Fangen wir mit den ersten Schritten an.


 
Wir wollen einen mehrfarbigen Streifen zusammensetzen (1). Wir schneiden die ersten Teile zu (2) und legen den linken Stoffteil Oberseite auf Oberseite und Kante auf Kante auf den rechten Teil. Die Nahtzugabe von 0,75 cm haben wir eingezeichnet und die beiden Teile mit Nadeln fixiert. Das Ergebnis ist merkwürdig (3). Wie das?


Ganz einfach: Kante auf Kante sowie bündige Ober- und Unterseite funktionieren nicht. Man muss darauf achten, dass die Naht, also die markierte Nahtzugabe, sowohl auf die Ober- als auch auf die Unterkante des Streifens trifft.
 
Probieren Sie das mit Papierstreifen aus (einfach zusammenheften und falten). Es wird sich allmählich das System Nahtzugabe offenbaren ...

 

Wird fortgesetzt...